Anfang August genießen viele Menschen im Burgenland noch warme Sommerabende. Gleichzeitig fällt auf, dass die Sonne inzwischen etwas früher untergeht als noch vor einigen Wochen. Genau jetzt interessiert viele, wann werden die Tage wieder kürzer. Tatsächlich hat diese Entwicklung längst begonnen, auch wenn sie unmittelbar nach der Sommersonnenwende kaum wahrnehmbar war.
Seit Ende Juni verliert Österreich Tag für Tag einige Minuten Tageslicht. Während der Unterschied zunächst nur wenige Sekunden betrug, macht sich Anfang August der frühere Sonnenuntergang bereits deutlich bemerkbar. Wer die astronomischen Zusammenhänge kennt, versteht schnell, weshalb die längsten Tage des Jahres schon hinter uns liegen und warum sich der Wechsel der Jahreszeiten jedes Jahr nach demselben Muster vollzieht.
Sommersonnenwende 2026 markierte den längsten Tag des Jahres
Die Sommersonnenwende 2026 fand am Sonntag, dem 21. Juni, um 10:24 Uhr MESZ statt. An diesem Zeitpunkt erreichte die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren höchsten Sonnenstand des Jahres. Der Sommeranfang markiert zugleich den längsten Tag des Jahres und die kürzeste Nacht des Jahres. Seit dem 22. Juni werden die Tage in Österreich wieder Schritt für Schritt kürzer.
Im Burgenland lag die Tageslänge rund um die Sonnenwende bei etwas mehr als 16 Stunden. Im Norden Österreichs dauerte das Tageslicht durch die geographischen Breiten noch etwas länger als im Süden. Diese Unterschiede entstehen durch die Neigung der Erdachse gegenüber der Erdumlaufbahn und betreffen die gesamte Nordhalbkugel.
Darum wird es jetzt im August spürbar früher dunkel
Direkt nach der Sonnenwende verkürzt sich das Tageslicht zunächst nur um wenige Sekunden pro Tag. Anfang Juli fällt dieser Unterschied kaum auf. Anfang August summiert sich der tägliche Lichtverlust jedoch bereits auf eine gut erkennbare Veränderung. Viele Menschen bemerken nun, dass die Abendstunden schneller vergehen und die Sonne deutlich früher untergeht als noch rund um den längsten Tag des Jahres.
Hinzu kommt ein interessanter Effekt. Obwohl die Tage schon wieder kürzer sind, fiel der späteste Sonnenuntergang in Österreich erst auf die letzten Junitage. Ursache dafür sind die elliptische Erdbahn sowie die Schiefe der Ekliptik. Dadurch verlaufen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nicht vollkommen gleichmäßig über das Jahr verteilt.
Meteorologisch und astronomisch – zwei verschiedene Sommeranfänge
Viele Menschen gehen davon aus, dass der Sommer am 1. Juni beginnt. Das stimmt aus meteorologischer Sicht. Meteorologen teilen das Jahr aus Gründen der Vergleichbarkeit in feste Monatsblöcke ein. Deshalb umfasst der Sommer immer die Monate Juni, Juli und August.
Astronomisch beginnt der Sommer dagegen erst am Tag der Sommersonnenwende. An diesem Tag erreicht die Sonne den Gipfel ihrer Jahresbahn und steht mittags so hoch über dem Horizont wie an keinem anderen Tag im Jahr. Dieses Ereignis wird auch Solstitium genannt und gehört gemeinsam mit der Wintersonnenwende sowie den beiden Tag-und-Nacht-Gleichen zu den vier wichtigsten astronomischen Eckpunkten des Jahres.
Wann werden die Tage wieder kürzer?
Seit dem 22. Juni 2026 werden die Tage in Österreich wieder kürzer. Anfang August ist dieser Effekt bereits gut zu erkennen. Im Burgenland endet der Tag inzwischen deutlich früher als noch zur Sonnenwende, obwohl viele Menschen den Hochsommer noch in vollen Zügen genießen. Der tägliche Lichtverlust nimmt bis zur Tag-und-Nacht-Gleiche am 23. September weiter zu.
Ein Blick auf die Entwicklung zeigt, wie sich die Tageslänge verändert:
- Ende Juni verkürzt sich das Tageslicht zunächst nur um wenige Sekunden täglich.
- Anfang Juli beträgt der Verlust etwa eine Minute pro Tag.
- Anfang August fällt der frühere Sonnenuntergang bereits deutlich auf.
- Rund um die Tag-und-Nacht-Gleiche im September gehen täglich mehr als drei Minuten Tageslicht verloren.
Gerade im Burgenland lässt sich diese Veränderung gut beobachten. Wer regelmäßig abends spazieren geht oder den Sonnenuntergang fotografiert, erkennt innerhalb weniger Wochen eine deutlich veränderte Lichtstimmung.
Sonnenaufgang und Sonnenuntergang verändern sich nicht gleichmäßig
Ein häufiger Irrtum besteht darin, dass der längste Tag automatisch auch den spätesten Sonnenuntergang mit sich bringt. Tatsächlich verschieben sich Sonnenaufgang und Sonnenuntergang im Jahresverlauf unterschiedlich schnell. Wann werden die Tage wieder kürzer, lässt sich deshalb nicht allein am Zeitpunkt des spätesten Sonnenuntergangs erkennen. Ursache ist das Zusammenspiel aus der Neigung der Erdachse, der Form der Erdumlaufbahn und der sogenannten Zeitgleichung.
Interessant ist auch der Blick auf andere Regionen Europas. Während Österreich im Juni noch helle Nächte erlebt, reicht das Tageslicht in Skandinavien nördlich des Polarkreises sogar bis zur Mitternachtssonne. Dort geht die Sonne zeitweise überhaupt nicht mehr unter. Im Gegensatz dazu herrscht am Nordpol später im Jahr über viele Wochen Polarnacht, während auf der Südhalbkugel zu dieser Zeit Winter ist. Dadurch wird deutlich, wie stark die geographische Lage den Tagesverlauf beeinflusst.
Vom Herbst bis zur Wintersonnenwende wird der Lichtverlust immer deutlicher
Nach dem Sommer schreitet die Verkürzung der Tage immer schneller voran. Rund um die Tag-und-Nacht-Gleiche am 23. September sind Tag und Nacht nahezu gleich lang. Danach werden die Nächte länger als die Tage. Viele Menschen nehmen diesen Wechsel nun deutlich bewusster wahr, weil die Abenddämmerung spürbar früher einsetzt.
Ein weiterer Einschnitt folgt am 25. Oktober 2026 mit der Umstellung auf die Winterzeit. Obwohl die Tage astronomisch schon seit Ende Juni kürzer werden, empfinden viele erst nach dem Zurückstellen der Uhr den plötzlichen Wechsel. Die Sonne geht eine Stunde früher unter, wodurch der Eindruck entsteht, als würde der Winter schlagartig näher rücken.
Bis zum Tag der Wintersonnenwende am 21. Dezember nimmt die Tageslänge weiter ab. Dann erlebt Österreich den kürzesten Tag des Jahres und zugleich die längste Nacht. Bereits ab dem 22. Dezember werden die Tage wieder länger. Anfang Januar fällt dieser Zuwachs zunächst kaum auf, ehe das Tageslicht im Laufe des Winters langsam wieder an Fahrt gewinnt.
Fazit: Wann werden die Tage wieder kürzer?
Wer sich Anfang August im Burgenland über früher einsetzende Dämmerung wundert, nimmt eine Entwicklung wahr, die bereits seit dem 22. Juni anhält. Die Antwort auf die Frage, wann werden die Tage wieder kürzer, lautet daher eindeutig: Direkt nach der Sommersonnenwende beginnt das Tageslicht wieder langsam abzunehmen. Zunächst geschieht das nahezu unbemerkt, im Hochsommer wird der Unterschied jedoch von Woche zu Woche deutlicher.




