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Rückgang bei Firmenpleiten in Burgenland

Von Jänner bis Juni 2025 hat der Kreditschutzverband – KSV – 112 Unternehmensinsolvenzen registriert. Das Positive vorweg: Sieht man sich den Vergleichszeitraum aus dem Jahr 2024 an, so handelt es sich um einen Rückgang um 36 Prozent.

Aktuelle Zahlen machen zumindest ein wenig Hoffnung

Aktuelle Zahlen Firmenpleiten

Es gibt Branchen, die scheinen krisenfest zu sein. Dazu gehört etwa der Bereich des Glücksspiels. Seit Jahren sind die Einnahmen stabil bzw. leicht steigend, zudem wird das Angebot immer größer. So ist die Zahl der Casinos mit blitzschneller Auszahlung über die Jahre stark angestiegen. Abseits der schnellen Auszahlungen punkten Online Casinos auch mit umfangreichem Spielangebot und der Möglichkeit, einen jederzeitigen Zugang zu haben, damit das Glück auf die Probe gestellt werden kann. Abseits des Online Glücksspiels befindet sich auch die gesamte IT-Branche im Wachstum, zudem verbucht auch der Online Handel ein steigendes Wachstum.

Einige Branchen kämpfen jedoch mit der schwächelnden Wirtschaft und der hohen Inflation. Denn während es in einigen Ländern der EU in Richtung 2 Prozent Inflation geht, liegt sie in Österreich bei 3,3 Prozent. Deutlich zu hoch. Vor allem, weil die Zielvorgabe der EU auch bei 2 Prozent liegt.

Auch im Burgenland spürt man, dass es schon einmal bessere Zeiten gegeben hat. Wenn auch die zuletzt veröffentlichten Zahlen etwas Hoffnung machen.

KSV geht davon aus, dass nicht mehr als 250 Firmen im Jahr 2025 im Burgenland pleite gehen

Sieht man sich die Zahl der Firmenpleiten im Burgenland an, hier vor allem den Zeitraum erstes Halbjahr 2025, so sind die Insolvenzen klar gesunken. Der KSV 1870 hat von Jänner bis Juni 2025 rund 112 Unternehmensinsolvenzen registriert. Ein Rückgang um 36 Prozent, wenn der Vorjahreszeitraum herangezogen wird. Damals gab es 175 Firmenpleiten. Die Insolvenztreiber sind, so der KSV, der Handel und die Bauwirtschaft. Im Handel gab es 24 Fälle, in der Bauwirtschaft 23 Fälle.

Nicht nur die Firmeninsolvenzen sind gesunken, sondern auch die geschätzten Verbindlichkeiten. Diese lagen vor einem Jahr noch bei 46 Millionen Euro, nun bewegen sie sich bei 44 Millionen Euro. Das heißt, die Verbindlichkeiten sind um 4,3 Prozent gesunken, wenn der Vorjahreszeitraum herangezogen wird.

Von den Firmenpleiten sind bzw. waren 294 Arbeitnehmer betroffen. Das ist ein Minus von 44 Prozent. Zudem sind 777 Gläubiger betroffen – das entspricht einem Anstieg von 10 Prozent.

Für das gesamte Jahr erwartet der KSV maximal 250 Unternehmenspleiten. Im Jahr 2024 gab es 320 Firmenpleiten, was einem Plus von 52 Prozent gegenüber dem Jahr 2023 entsprochen hat.

Hohe Energie- und Personalkosten sorgen für die größten Probleme

Die burgenländische Wirtschaft hat ihre Probleme. Tatsächlich kann eine der längsten Schwächeperioden der letzten 30 Jahre beobachtet werden, die natürlich einen starken Einfluss auf das burgenländische Insolvenzgeschehen hat. Abseits der noch immer schwachen Wirtschaftslage, die sich so schnell auch nicht verändern wird, gibt es noch einige weitere Punkte, die nicht gerade von Vorteil sind. Das weiß man auch beim KSV.

„Die hohen Energie- und Personalkosten, das geringe Auftragsvolumen und die vielen geopolitischen Unsicherheiten“, so Brigitte Dostal, die Leiterin des KSV Wien, Niederösterreich und Burgenland.

Vor allem würden exportorientierte Unternehmen stark unter den internationalen Spannungen leiden.

Auch die Zahl der abgelehnten Insolvenzanträge ist gesunken

Auch die Zahl der abgelehnten Insolvenzanträge ist gesunken

Sieht man sich die Zahl der nicht eröffneten Insolvenzverfahren an, so erkennt man gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von 48 Prozent. Das sind jene Insolvenzen, die aufgrund eines nicht kostendeckenden Vermögens abgewiesen wurden. Der erhebliche Rückgang von fast 50 Prozent ist darauf zurückzuführen, weil hier die Zahl der abgewiesenen Fälle aus dem Gesundheits- und Pflegebereich von 47 auf 10 gesunken ist.

Terra Galos Immobilien liegt mit 6,3 Millionen Euro auf Platz 1

Doch welche Unternehmen im Burgenland haben im ersten Halbjahr 2025 Insolvenz angemeldet? Zu den größten Insolvenzen gehören:

Auf Platz 1 liegt Terra Galos Immobilien in Gols mit einer Passiva von 6,3 Millionen Euro. Dahinter liegt die Gerald Szegner GmbH, ein Unternehmen, das sich mit Sanitär- und Heizungsinstallationen beschäftigt, mit einer Passiva von 5,2 Millionen Euro.  Auf dem dritten Platz liegt das Weingut In Vino Veritas. Die Passiva beträgt 3 Millionen Euro. Die in Eisenstadt sitzende X14PE GmbH ist ebenfalls insolvent: Die Passiva beträgt 2,5 Millionen Euro.

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